Radfahrer-Club 1903 Ilbenstadt e.V.

Mach mit! Radfahren hält fit

Corona-Update „Breitenradsport“vom 7. Mai 2020
Sehen wir Licht am Ende des Tunnels?
Ergebnisse aus der Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin

Ein klares JEIN!
Ja zu Lockerungen mit beinharten Bedingungen

Hinweis:
Siehe dazu ergänzend das Corona-Update „Breitenradsport“ vom 09.05 2020.

Die Ministerpräsidenten sind mit „gepackten Taschen“ aus dem Sportbereich in die Beratungen mit der Kanzlerin gegangen. Dazu gehörten die

Auf dieser Grundlage und natürlich auch den Vorstellungen aller anderen Sportverbände zu deren spezifischen Bedürfnissen entwickelten die Sportministerinnen und Sportminister der Länder am 28. April 2020 ein Stufenkonzept für den Wiedereinstieg in den Trainings- und Wettkampfbetrieb.

Was wurde umgesetzt?

Das Konzept der Sportministerien wurde – soweit ich das jetzt überblicke – vollständig umgesetzt.
Der kontaktlose Breitensport kann wieder anlaufen. Dies bringt uns mit den Schwerpunkten auf das Rad- und Countrytourenfahren sowie das Radwandern zunächst nicht allzuviel. Unter Beachtung der Hygiene – und Abstandsregeln war das auch bisher möglich. Neu ist jetzt, dass wir als Verein wieder regelnd, organisierend, verbindend eingreifen können, was uns in der Zeit der Einschränkung sozialer Kontakte untersagt war.
Auch sind wieder RTF- und CTF-Veranstaltungen und die Teilnahme daran möglich. Hier liegt aber der Hase im Pfeffer!

Was heißt das für die Organisation von RTF- und CTF-Veranstaltungen?

Vorausschicken muss man, dass in Hessen Großveranstaltungen ab dem 9. Mai 2020 auf 100 Teilnehmer begrenzt sind. Davon sind Ausnahmen nach oben möglich, wenn der Veranstaltungsraum (5 m²/Teilnehmer bei sitzendem Publikum, 10 m²/Teilnehmer bei stehendem Publikum), das Hygienekonzept und der organisatorische Ablauf dies bei kontinuierlicher Überwachung hergibt. Im Umkehrschluss kann aber die Teilnehmerzahl deutlich nach unten korrigiert werden, wenn die Verhältnisse den 100 Teilnehmern nicht gerecht werden. Bevor wir zum RTF-/CTF-Konzept kommen, noch folgende Anmerkungen:

  • Die Veranstaltungsteilnehmer müssen mit ihren Personalien bekannt sein, damit im Falle einer Infektion, die Infektionskette schnell identifiziert und unterbrochen werden kann.
    Dies ist bei dem Einsatz von scan&bike keine Problem.
  • Bis zu 100 Teilnehmern ist eine Veranstaltung nicht genehmigungs- aber anzeigepflichtig.
  • Die Beachtung des Hygienekonzeptes samt der Abstandsregelung wird von der Behörde stichprobenartig kontrolliert.
    Ist eine Veranstaltung genehmigungspflichtig, organisiert die Behörde die Dauerüberwachung der Hygiene- und Abstandsregeln.
  • Der Veranstalter ist für das Hygienekonzept und dessen Beachtung unmittelbar verantwortlich!
    Bei Verstoß gegen die Hygiene- und Abstandsregeln hat er

    • aktiv zu intervenieren.
      Dazu kann er sich der Unterstützung von Ordnern versichern, die er bei Lichte betrachtet einsetzen muss, will er die Veranstaltung im Griff behalten.
    • die zuwiderhandelnden Teilnehmer zu ermahnen und notfalls auszuschließen.
    • die Veranstaltung abzubrechen, wenn er sich nicht durchsetzen kann.

Ein Wegducken, ein achselzuckendes Hinnehmen von Verstößen gegen die Abstands- und Hygieneregeln geht nicht. Sollte dieser Weg beschritten werden, kann man sich durch das Studium der Bußgeldtatbestände schon mal mit den finanziellen Folgen vertraut machen.

Was heißt das für die Organisation von RTF- und CTF im engeren Sinne?

Ich möchte nicht alle Erfordernisse umfänglich und in der Tiefe ansprechen, sondern den ein oder anderen Knackpunkt herausgreifen. Hier spreche ich auch als Vereinsvertreter des RC 03 Ilbenstadt in meiner Eigenschaft als Fachbereichsleiter Kommunikation und Sport (RTF/CTF).
Im Lichte der oben angeführten Leitlinien des Landes Hessen, die zu Beginn der nächsten Woche in einem Verordnungstext nachzulesen sein werden, sollten aus dem Konzept des BDR „Übergangsregeln für die Organisation von RTF und CTF unter Beachtung …“ nur einige Punkte kurz angesprochen werden:

  • Warteschlangen im Anmeldebereich im überschaubaren Rahmen halten, kein anwachsender Stau.
  • Teilnehmer tragen im Orgabereich Mundschutz und keine Radhandschuhe; Desinfektionsmittel ist zu nutzen.
  • kurze Verweilzeit im Orga-Bereich; kein, beziehungsweise eingeschränkter Austausch unter Radlerinnen und Radlern.
    Dies dürfte „leicht“ fallen, denn eine Bewirtung ist nicht vorgesehen.
  • Start in 2er-Gruppen, wenn kein Einzelstart erwünscht.
    Dies ergibt bei 100 Teilnehmern eine Startzeit von einer Stunde und 40 Minuten.
    In Bundesländern, die eine höhere Teilnehmerzahl zulassen – die Zahl 1.000 wurde schon gehört – verlängert sich das entsprechend.
  • Auf der Strecke keine Rudelbildung, die Abstände von 30 bis 50 Metern zwischen den Zweiergruppen oder auch Einzelfahrern ist bei verkehrsbedingtem Halten zu wahren.
    16.05.2020:
    Diese Abstandsregel ist aus den ersten Übergangsregelungen des BDR übernommen. Sie wurde in dieser absoluten Form eingestellt, damit Veranstalter auf der sicheren Seite sind und Fehleinschätzungen seitens der Teilnehmer unterbleiben.
    Sicher kann der Abstand in Abhängigkeit zur gefahrenen Geschwindigkeit, zur Windrichtung und Stärke sowie  der Fahrposition in der Gruppe variiert werden. Doch eines sollte man wissen: Das Ausstoßen von Speicheltröpfchen beim Atmen, verstärkt auch beim Sprechen und deren Verhalten im Windstrom, ruft Kräfte auf, die von einer Wissenschaft, die man allgemein Physik nennt, gemessen und beschrieben werden. Individuellen Wünsche werden hier eher nicht befriedigt.
    Dazu gibt es eine Studie der Universitäten Leuven (Belgien) und Eindhoven (Niederlande), die in meinem Artikel vom 13. April 2020 in dem Unterpunkt „Räumliche Distanz der Radfahrer untereinander“ eingearbeitet, zitiert und mit Nachweisen versehen eingestellt ist.

Dazu gibt es noch weitere neue Regeln, zum Besipiel das Verbot von Sternfahrten oder den Ausschluss von Gastfahrern und einiges mehr, das bitte aus dem BDR-Konzept zu entnehmen ist. Mit den explizit angesprochenen Punkten wollte ich nur aufzeigen, dass nur mit einem gemeinsamen Willen, die RTF oder die CTF ordnungsgemäß durchzuführen ist und dem verantwortlichen Veranstalter das Leben nicht schwer gemacht wird.

Einwenden kann man letztlich auch, ob es noch Sinn macht, eine Radtourenfahrt, eine Countrytourenfahrt für einen kleinen Kreis zu organisieren. Finanziell muss auch in eine solche Veranstaltung investiert werden. Spuckschutz an Start- und Ziel muss, falls noch nicht vorhanden, beschafft werden. Weiter werden Desinfektionsmittelspender allenthalben benötigt und vieles mehr.
Ein gewichtiger Punkt ist auch der Schutz unserer Helferinnen und Helfer, aber auch vieler Teilnehmer, die zu den Risikogruppen gehören, die nicht leichtfertig einem Infektionsrisiko ausgesetzt werden sollen.

Ein Gedanke könnte Raum greifen:
Es zählt nicht, was wir für Mühen aufwenden oder was unter dem Strich in der Kasse bleibt. Es zählt, dass wir unseren Sport ausüben können und die radsporttreibenden Vereine dies im Wechsel ermöglichen.

Aus diesem Grunde sollten wir uns alle mit den Einschränkungen befassen, sie gleichzeitig als Herausforderung begreifen und prüfen, ob uns eine Veranstaltung unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln möglich ist.

Wie steht Ihr zur Organisation und Durchführung von RTF und CTF in der Coronakrise. Schreibt einen Kommentar oder eine E-Mail

Gehen wir es an. Ich bin gespannt.
Haltet Kontakt und bleibt gesund

Bildnachweis:
Stop Corona – ©ville/stock.adobe.com

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