Liebe Mitglieder und Freunde des RC 03 Ilbenstadt,
nachdem an diesem Donnerstag unsere Radtour zur Ronneburg ins Wasser fiel, erwarten wir am Samstag bestes Radfahrwetter. Darunter verstehen wir Sonne satt bei „moderaten“ Temperaturen. Dieses Wetter soll uns zur Radtour von Assenheim ins Bingenheimer Ried begleiten. Dazu lädt Radwanderfachwart Erwin Loscher herzlich ein:
Start am Samstag, den 18. Juli 2020 um
- 09:00 Uhr am Bürgerhaus in Assenheim
- 09:45 Uhr am Bergwerksee in Dorn-Assenheim
Die Hygiene- und Abstandsregeln, abgestimmt für das Radwandern, des RC 03 Ilbenstadt sind vorab zur Kenntnis zu nehmen und am Veranstaltungstag strikt einzuhalten. Unnötige Risiken auf Kosten der Gesundheit werden nicht eingegangen.
Vergesst nicht den Mund- und Nasenschutz. Dieser ist während der Fahrt grundsätzlich nicht notwendig, für Pausen wird er aber benötigt.
Die Wetterau bietet uns ein abwechslungsreiches Terrain, das für Radlerinnen und Radler wie geschaffen ist. Sanfte Wellen lassen uns mühelos durch die von Ackerbau, Wäldern und Auen geprägte Landschaft gleiten. Große Herausforderungen für die Radlerschar traut man dieser Landschaft auf den ersten Blick nicht zu, doch können teilweise kräftige Steigungen auch den sportlich orientierten Radler fordern. Wir wollen uns bei dieser Tour auf die versteckten Kleinode in dieser Landschaft konzentrieren, die von der Straße aus nicht wahrnehmbar sind und sich selbst Spaziergängern und Radfahrern auf Wirtschaftswegen dem ungeübten Blick entziehen, den Seen und den Auen.
Rund um Wölfersheim wurde von Beginn der 60er-Jahre bis 1991 Braunkohle im Tagebau gewonnen und mit der elektrischen Grubenbahn zur Verstromung nach Wölfersheim verfrachtet. Einige dieser Tagebauten wurden nicht gänzlich mit Abraum und Erde verfüllt, sondern wurden geflutet. Hier entstanden neun Seen, die sich harmonisch in die Landschaft fügen und heute als Naturschutz- und Naherholungsgebiete nutzbar sind. Die Tour führt uns zum Bergwerksee bei Dorn-Assenheim, zum Pfaffensee bei Heuchelheim und ins Bingenheimer Ried.
Von Assenheim aus führt uns der Weg zunächst nach Ossenheim. Hier bewältigen wir locker die erste Steigung und können am Rande eines kleinen Wäldchens vor Ossenheim von der Höhe unseren Blick über die Wetterau bis hin zum großen Feldberg im Taunus und zur Frankfurter Skyline schweifen lassen. Dieser Genuss ist schon mal einen Halt wert! Von dort erreichen wir auf abschüssiger und flacher Strecke Bauernheim. Hier müssen wir den Roten Berg zu Dorheim „erklimmen“. Damit liegt die letzte nennenswerte Steigung der Strecke hinter uns, der Bergwerksee bei Dorn-Assenheim ist nicht mehr weit. Wie die meisten Seen ist er hinter Büschen versteckt und nur den kundigen Erholungssuchenden bekannt. Der Weg um den See ist schmal; Rücksicht auf Spaziergänger ist im Sinne eines harmonischen Miteinanders unverzichtbar. Auffallend sind auch die Warnschilder im Zugang zum See. Die Ufer stehen in der Gefahr in den See abzurutschen. Deshalb sollte respektvoller Abstand selbstverständlich sein.
Der Pfaffensee bei Heuchelheim ist in den Uferbereichen nicht begehbar. Zugang besteht nur über die Aussichtsplattform, die uns einen tollen Blick über den See verschafft. Im westlichen Seeteil sehen wir abgestorbene Bäume, die ihre kahlen Äste in den Himmel recken. Sonst herrscht auf dem See ein munteres Treiben der Tierwelt. Amphibien und wirbellose Tiere werden wir mit dem unbewaffneten Auge von der Besucherplattform nicht wahrnehmen. Die Vogelwelt ist reich vertreten. Darunter sind seltene, bedrohte Vogelarten und auch solche, die in diesen Breitengraden üblichweise nicht vertreten sind. Trifft man auf einen der vielen Hobbyornitholgen, die hier häufig mit Spektiven bewaffnet anzutreffen sind, bekommt man von diesen ab und an auch einen tieferen Einblick in das bunte Treiben auf dem See.
Weiter nehmen wir die Wege durch die Felder- und Auenlandschaft unter die Räder und halten nach der Passage von Gettenau an der Aussichtsplattform am Bingenheimer Ried. Eine ungeheure Artenvielfalt kann von uns wahrgenommen werden. Vogelarten, die den meisten von uns noch unbekannt sein werden, wie zum Beispiel Pfeif-, Löffel und Krickenten, das Tüpfelsumpfhuhn und die Wasserralle. Immerhin erkennen wir sofort die Störche in diesem Gebiet.
Alles in allem bieten wir auch mit dieser Tour einen Einblick in die Reichtümer der uns umgebenden Natur, aber auch in die Bedrohungen dieser Vielfalt. Toll, wenn wir damit einen Reiz zu einer weiterführenden Beschäftigung, einer Begleitung mit den Naturräumen der Wetterau geben können. Dies ist idealerweise die Verbindung zwischen dem Erhalt der körperlichen Fitness mit dem Erleben von Natur- und Kulturräumen.
Nach diesem Tourhighlight steht der Rückweg an. Einem Eis in Reichelsheim oder in Florstadt steht nichts im Wege. Wer am Bergwerksee gestartet ist, kann hinter Reichelsheim oder in Nieder-Florstadt wieder durch die Feldgemarkung zum Bergwerksee gelangen, während die Assenheimer Starter sicher über den Hessenradweg R 4 zum Ausgangspunkt der Radwanderung gelangen.
Diese Genusstour über verkehrsarmes, abwechslungsreiches Terrain wird etwa 32 Kilometer lang sein. Vom Startort Bergwerksee sind es 19, beziehungsweise 15 Kilometer.
Haben wir Euer Interesse geweckt? Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.
Erwin Loscher ist für Rückfragen unter der Telefonnummer 01512 02 30 745 erreichbar.
Sollte es am Samstag wider Erwarten regnen oder ein Gewitter abzusehen sein, wird die Tour verschoben.
Für das Radwanderteam
Wilhelm Schröder
Fachbereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit und Sport (RTF/CTF)
Streckendownload für Navigationsgeräte:
32-Kilometerstrecke (Start und Ziel in Assenheim)
19-Kilometerstrecke (Start und Ziel am Bergwerksee in Dorn-Assenheim)
15-Kilometerstrecke (Start und Ziel am Bergwerksee in Dorn-Assenheim)
Zur Radwanderstrecke Strecke „Von Assenheim zum Bingenheimer Ried“
(Vollbildanzeige):